Donna Zora - am Dienstag, 30. Juni 2009, 19:35
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Ein Tatsachenbericht eines Teilnehmers der Demo gegen die Nazis am ersten Mai in Ulm berichtet wie die Taktik der Polizei in Deutschland gegen solche Demonstranten aussieht. In den Nachrichten war lediglich von Ausschreitungen des schwarzen Blocks gegen die Polizei die Rede. Der Vollständigkeit halber verweise ich auf diesen Bericht, dort sind auch noch andere Zeugenaussagen zu lesen.
Donna Zora - am Dienstag, 5. Mai 2009, 13:10 - Rubrik: Politik oder was
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Hierzulande wenden die Menschen solche Erfahrungen aber eher gegen sich selbst - etwa in Depressionen, Sucht oder Suizid. Wir erleben einen Zerfall des gesellschaftlichen Zusammenhalts - keine Explosion, sondern eine Implosion.
ein Interessantes Interview mit dem Protestforscher Roland Roth in der TAZ, gefragt wurde nach seiner Einschätzung ob es hier zu sozialen Unruhen und einer Protestbewegung kommen wird, wie es ja DGB Sommer und Gesine Schwan befürchten. Er sieht uns da in keiner vorrevolutionären Zeit und meint es gäbe ja auch keine Gruppen die eine Revolte leiten und organisieren könnten, die Parteien haben den Kontakt zu den Opfern des Systems verloren.
Er nennt sie wachsendes Prekariat,(ich kann mich mit diesem Ausdruck immer noch nicht anfreunden). Allein die Rechtsfaschisten haben diesen Kontakt, kommen sie doch zum großen Teil aus dieser Schicht. Das wäre dann die Situation die ich am meisten fürchte.
Der Mittelstand wurde z.T. ruhig gestellt mit den Konjunkturprogrammen und sie glauben an die selbstheilenden Kräfte des Marktes. Ich würde noch hinzufügen den Medien, dem Papst und Hotte Köhler.
Die Situation erinnert an Walter Benjamin: dass es so weitergeht, ist die Katastrophe.
ein Interessantes Interview mit dem Protestforscher Roland Roth in der TAZ, gefragt wurde nach seiner Einschätzung ob es hier zu sozialen Unruhen und einer Protestbewegung kommen wird, wie es ja DGB Sommer und Gesine Schwan befürchten. Er sieht uns da in keiner vorrevolutionären Zeit und meint es gäbe ja auch keine Gruppen die eine Revolte leiten und organisieren könnten, die Parteien haben den Kontakt zu den Opfern des Systems verloren.
Er nennt sie wachsendes Prekariat,(ich kann mich mit diesem Ausdruck immer noch nicht anfreunden). Allein die Rechtsfaschisten haben diesen Kontakt, kommen sie doch zum großen Teil aus dieser Schicht. Das wäre dann die Situation die ich am meisten fürchte.
Der Mittelstand wurde z.T. ruhig gestellt mit den Konjunkturprogrammen und sie glauben an die selbstheilenden Kräfte des Marktes. Ich würde noch hinzufügen den Medien, dem Papst und Hotte Köhler.
Die Situation erinnert an Walter Benjamin: dass es so weitergeht, ist die Katastrophe.
Donna Zora - am Donnerstag, 30. April 2009, 22:27 - Rubrik: Politik oder was
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...Angesichts solcher Beispiele von Menschen, die keine eigene Identität beziehungsweise eine Vielzahl von übergestülpten Identitäten haben, erscheint es notwendig, den Begriff "Identität" einmal genau zu überdenken. Wenn man Identität als eine grundlegende Konstellation aus einmaligen Persönlichkeitsmerkmalen definiert, dann ist das, was unsere Gesellschaft produziert, etwas ganz anderes: ein Raster von Verhaltensformen, die auf einer Identifikation mit angstauslösenden Autoritätsfiguren basieren. Allein Angst und Verzweiflung hindern ein Kind daran, sich auf sein eigenes Selbst und seine Möglichkeiten zu besinnen. Liegen aber solche Hindernisse auf seinem Weg, dann bewirken sie ganz existenziell einen Verrat am eigenen Selbst. An die Stelle eigener Wahrnehmungen tritt dann eine Entfremdung vom Selbst, die suggeriert, die Erwartungen der Autorität seien die eigenen. Diese Übernahme von Erwartungen erzeugt Aggression gegen de eigenen, unerfüllten Erwartungen, Hass auf andere Opfer und ein Gefühl von Leere im Selbst. Und es ist genau dieser Hass, der das Leben in unserer Zivilisation kennzeichnet.
aus Arno Gruen "Der Verlust des Mitgefühls"
Zu der Diskussion über den Amoklauf in Winnenden ist viel gesagt worden, mir fällt vor allem Arno Gruen ein, der Täter- und Opferpsychologie und die Auswirkung beider auf die Gesellschaft und umgekehrt erklärt hat.
Ein weiteres Zitat aus "Der Verlust des Mitgefühls":
Die Sehnsucht nach Liebe wird blockiert von der Sehnsucht nach Autorität, die uns vor der Angst und dem Terror retten soll, durch die wir zur Idealisierung des Täters gezwungen wurden. Wir fühlen uns sündig, weil wir die Wahrheit ursprünglich erkennen konnten, zugleich streiten wir diese Sünde fortwährend ab, indem wir andere zu Opfern machen, die wir dafür bestrafen, daß wir selbst Opfer geworden sind.
aus Arno Gruen "Der Verlust des Mitgefühls"
Zu der Diskussion über den Amoklauf in Winnenden ist viel gesagt worden, mir fällt vor allem Arno Gruen ein, der Täter- und Opferpsychologie und die Auswirkung beider auf die Gesellschaft und umgekehrt erklärt hat.
Ein weiteres Zitat aus "Der Verlust des Mitgefühls":
Die Sehnsucht nach Liebe wird blockiert von der Sehnsucht nach Autorität, die uns vor der Angst und dem Terror retten soll, durch die wir zur Idealisierung des Täters gezwungen wurden. Wir fühlen uns sündig, weil wir die Wahrheit ursprünglich erkennen konnten, zugleich streiten wir diese Sünde fortwährend ab, indem wir andere zu Opfern machen, die wir dafür bestrafen, daß wir selbst Opfer geworden sind.
Donna Zora - am Samstag, 14. März 2009, 14:48 - Rubrik: gelesen
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für die Europawahl 09 ist Sven Giegold, attac-Gründungsmitglied.
Was er von der FDP hält:
Giegold: Die FDP hat auf alle zentralen Fragen dieser Krise die falschen Antworten. Sie war immer gegen die Regulierung von Finanzmärkten und warnt selbst jetzt noch davor. Sie will Reiche entlasten und Arme schröpfen. Sie will die gesetzliche Krankenversicherung privatisieren. Das alles schafft noch mehr soziale Ungleichheit, als ohnehin schon der Fall ist.
weiterlesen
Jürgen Trittin denkt da in eine andere Richtung:
Renate Kühnast und Jürgen Trittin trommelten für eine Ampel aus SPD, FDP und Grünen. Jürgen Trittin hält das für die einzig mögliche Option, um die große Koalition zu beenden.
weiterlesen
Wie auch immer sich die Grünen zu Koalitionsaussagen bis zur Bundestagswahl äußern werden, es ist zu befürchten, dass von ihnen keine Änderungen der sozialen Verhältnisse zu erwarten ist, und die neoliberale Wirtschaftsordnung wie schon in Zeiten ihrer Regierungsbeteiligung restrukturiert wird, oder kurz: der Patient wird am Tropf gehalten

grafik vom spiegelfechter
Was er von der FDP hält:
Giegold: Die FDP hat auf alle zentralen Fragen dieser Krise die falschen Antworten. Sie war immer gegen die Regulierung von Finanzmärkten und warnt selbst jetzt noch davor. Sie will Reiche entlasten und Arme schröpfen. Sie will die gesetzliche Krankenversicherung privatisieren. Das alles schafft noch mehr soziale Ungleichheit, als ohnehin schon der Fall ist.
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Jürgen Trittin denkt da in eine andere Richtung:
Renate Kühnast und Jürgen Trittin trommelten für eine Ampel aus SPD, FDP und Grünen. Jürgen Trittin hält das für die einzig mögliche Option, um die große Koalition zu beenden.
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Wie auch immer sich die Grünen zu Koalitionsaussagen bis zur Bundestagswahl äußern werden, es ist zu befürchten, dass von ihnen keine Änderungen der sozialen Verhältnisse zu erwarten ist, und die neoliberale Wirtschaftsordnung wie schon in Zeiten ihrer Regierungsbeteiligung restrukturiert wird, oder kurz: der Patient wird am Tropf gehalten

grafik vom spiegelfechter
Donna Zora - am Dienstag, 10. März 2009, 15:07 - Rubrik: Politik oder was
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ob er gewusst hat dass die Hypo Real Estate pleite war:
Die HRE war früher Teil der bayerischen HypoVereinsbank. Man muss den Managern lassen, dass sie damals durchaus schlau waren. Sie haben sich vor fünf Jahren von der HRE getrennt. Wenn ich das richtig deute, haben sie alle toxischen Papiere, also alles, was faul war und nichts bringt, gönnerhaft auf die HRE übertragen und den Rest selber behalten. Sie werden sich gesagt haben: Wenn die HRE pleitegeht, bezahlt das sicher der Staat, mit anderen Worten: die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, und wir haben nichts mehr damit zu tun. - Nun hatte aber der Gesetzgeber festgelegt: Eine Mutter haftet fünf Jahre für alle Schulden, die bei der Tochter später entstehen. Einen Tag nach Ablauf dieser Frist sagt uns der Bundesfinanzminister, dass die Hypo Real Estate pleite ist.
Rede von Gregor Gysi vor dem deutschen Bundestag
Die HRE war früher Teil der bayerischen HypoVereinsbank. Man muss den Managern lassen, dass sie damals durchaus schlau waren. Sie haben sich vor fünf Jahren von der HRE getrennt. Wenn ich das richtig deute, haben sie alle toxischen Papiere, also alles, was faul war und nichts bringt, gönnerhaft auf die HRE übertragen und den Rest selber behalten. Sie werden sich gesagt haben: Wenn die HRE pleitegeht, bezahlt das sicher der Staat, mit anderen Worten: die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, und wir haben nichts mehr damit zu tun. - Nun hatte aber der Gesetzgeber festgelegt: Eine Mutter haftet fünf Jahre für alle Schulden, die bei der Tochter später entstehen. Einen Tag nach Ablauf dieser Frist sagt uns der Bundesfinanzminister, dass die Hypo Real Estate pleite ist.
Rede von Gregor Gysi vor dem deutschen Bundestag
Donna Zora - am Dienstag, 10. März 2009, 13:51 - Rubrik: Politik oder was
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